Historisches

Die Chronik des Löschzuges Asberg

Aus der Festschrift "100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Moers-Asberg"

Herausgegeben anläßlich des Asberger Bürgerfestes 1998


Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts wurde die selbstständige Gemeinde Asberg häufig von großen Bränden heimgesucht. Der damalige Bürgermeister und die Bürgerschaft kamen zu der Erkenntnis, daß dringend eine Löschhilfe ins Leben gerufen werden muß. Im Oktober 1898 versammelten sich tatkräftige beherzte Männer, die sich für die Idee begeisterten, sich durch Übungen und regelmäßigen Feuerwehrdienst, dem Rettungswerke kundig zu machen und den Mitbürgern freiwillig und uneigennützig in der Gefahr beizustehen. Diese Gründungsmitglieder von Oktober 1898 sind alle namentlich festgehalten.


Mannschaftsfoto von 1928

Zum ersten Brandmeister wurde Konrad Brand gewählt und zum 2. Brandmeister Peter Lissen. Diese wurden vom Steigerführer Wilhelm Schmitz, Spritzenführer Peter Liesen und dem Führer der Ordnungsmannschaft Peter Lockscheu unterstützt. In den Gründerjahren wurden die Löschgeräte aus eigenen Mitteln beschafft Bis zum Jahre 1906 war die Asberger Wehr eine eigenständige Wehr wurde aber im gleichen Jahr in den Stadtverband Moers als Löschzug 3 eingegliedert.
Nach dem Tode des Kameraden Brand ernannte man Peter Lissen zum 1. Brandmeister. Polizeioberwachtmeister Robert Bernhard führte als Nachfolger von Peter Lissen den Löschzug 3 bis zum Ausbruch des 1 Weltkrieges. Nach Beendigung des 1. Weltkrieges zählte der Löschzug noch 3 aktive Mitglieder. Einige Wochen später konnte unter der Führung von Brandmeister Rektor Köhnen der Löschzug 3 mit 28 aktiven Mitgliedern wieder aufgebaut werden. Der Löschzug veranstaltete mehrere Theateraufführungen und der Erlös diente dem Kauf eines Mannschaftswagens Hansa-Lloyd der bis 1952 im Einsatz war.


Mannschaftswagen 1933

1934 übernahm Jakob Lohmann das Amt des aus Altersgründen scheidenden Brandmeister Kennen. Im 2. Weltkrieg erhielt der Loschzug 3 von der Stadt Moers sein erstes Löschfahrzeug, einen Mercedes Tieger ohne Bestückung, welches im Jahre 1945 von den Besatzungsmächten beschlagnahmt und als Beute mitgenommen wurde. Bei zahllosen Bombenangriffen auf unsere Heimatstadt mußte der Löschzug Asberg immer wieder seine Schlagkräftigkeit unter Beweis stellen. Zum 50 jährigen Jubiläum im Jahre 1948 zählte der
Löschzug noch 23 aktive Mitglieder unter der Führung von Brandmeister Jakob Lohmann.1958 wurde Jakob Lohmann als Ehrenoberbrandmeister verabschiedet. Der 1933 in die Asberger Wehr eingetretene Kamerad Wilhelm Wöllenweber, wurde zu seinem Nachfolger ernannt. Durch Neuorganisationen im Brandschutz und der Weiterentwicklung der Technik erlebte auch der Asberger Löschzug in der Zeit von 1959 bis 1974 einen bis dahin nicht gekannten Aufschwung. Im neuen Gerätehaus an der Asberger Straße dienten TLF 16/25, LF16TS, TLF 8, TLF 15 und TSA als Einsatzfahrzeuge des Löschzuges. Vom sogenannten Jahrhundertregen von 1975 waren die Asberger Kameraden nach 20 Stunden Einsatz selber schwer betroffen Aus dem Keller des Geratehauses wurden 8000 Liter Wasser in der Minute weggepumpt und der Wasserspiegel senkte sich nur langsam.


Mannschaftfoto mit Fahrzeug 1933

1976 wurde das TLF 15 gegen eine Drehleiter DL 25 ausgetauscht. Im Rahmen eines Katastrophenschutzeinsatzes war der Löschzug 3 bei der Waldbrandkatastrophe im Munitionslager der Rheinarmee in Brüggen eingesetzt. Im Alter von 66 Jahren trat Oberbrandmeister Wilhelm Wollenweber in den Ruhestand. Zu seinem Nachfolger wurde Walter Lücking ernannt. Der Löschzug zählte zu diesem Zeitpunkt 24 Wehrmänner. Oberbrandmeister Walter Lücking führte bis 1983 den Löschzug
In dieser Zeit konnte die Mannschaft durch den Eintritt neuer Mitglieder auf über 30 Wehrmänner erhöht werden. 1983 gab Oberbrandmeister Walter Lücking die Führung an Peter Niephaus weiter. Ab diesem Moment wurde der Löschzug Asberg erstmals von einem Hauptbrandmeister geführt und in den darauf folgenden Jahren rückte allmählich die nächste Generation auf. Der Fahrzeugbestand der Bundesfahrzeuge wurde in den Jahren 1987 und 1989 durch Neufahrzeuge ersetzt. Kernstück des Löschzuges ist allerdings immer noch das Tanklöschfahrzeug 16/25 aus dem Jahre 1973.

Im Jahre 1991 übergab Hauptbrandmeister Peter Niephaus nach 35 Dienstjahren, die Löschzugführung an Hauptbrandmeister Jörg Schmiegelt. Ausbildung und Fortbildung wurden in den letzten Jahren durch die wachsenden Anforderungen an den Feuerwehrmann angepaßt. Hierzu zählen Grundausbildung, Maschinistenausbildung, Aternschutzgeräteträger, Sprechfunker, Technische Hilfeleistung, Gefahrgut und Strahlenschutz


Mannschaftsfoto 1957

Unter der Führung von Hauptbrandmeister Jörg Schmiegelt zählt der Löschzug heute 42 aktive Mitglieder, darunter sind 2 aktive Frauen besonders zu erwähnen. Der Fahrzeugbestand setzt sich aus TLF 16/25, Rüstwagen RW 1 und Löschgruppenfahrzeug LF 16TS zusammen.


Wilhelm Wöllenweber wird Löschzugführer (1958)


80 Jahre Löschzug Asberg